durchgeführte Arbeiten

  1. Restaurierung der Brüstungselemente Südseite

teilweise ausgebaute Brüstungselemente und fertiggestellte Dielung für das Gestühl

Brüstungselement während der Bearbeitung

Brüstungselement nach Fertigstellung und Montage

2. Restaurierung der Kirchenbänke

Holzergänzungen an den Seitenwangen

Rekonstruktion von Holzverbindungen am Gestühl

Ersatz geschädigter Holzteile

 

durchgeführte Arbeiten

Die Aufgabenstellung bestand darin, die Särge in der Gruft wieder in einen ansprechenden Zustand zu versetzen, um der Bedeutung als Begräbnisstätte der Familie von Bredow wieder gerecht zu werden. Der erste Sarg gelangte 1691 in die Gruft und der letzte ca. 1850.

In einer gemeinsamen Anstrengung mehrerer Gewerke wurden im Laufe von ca. 2 Jahren die Gruft selbst als auch die Särge restauriert.

Die größeren Särge bestehen aus einem Innensarg in Kiefer und einem Außensarg in Eiche, der sehr prunkvoll gestaltet war.

Meine Aufgabe bestand darin, die teils nicht mehr vorhandenen Untersärge

und die zerstörten Innensärge neu zu fertigen. Außerdem waren die Grundplatten und diverse Rahmen zu fertigen.

Da in der Gruft eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht war es wichtig, kein zu trockenes Holz zu verwenden, da dieses dann stark quillt und das Restaurierungsergebnis gefährdet.

In Zusammenarbeit mit der leitenden Restauratorin habe ich nach und nach die jeweiligen Särge hergestellt. Eine besondere Schwierigkeit stellten die Schiftungen dar, deren genaue Winkel empirisch ermittelt werden mussten, da die dazugehörigen Deckel durch jahrzehntelange Schieflage nicht mehr im Winkel waren und ein nachträgliches Richten unmöglich war. Also sind die neuen Untersärge schiefwinklig gebaut. Da der Kopfteil höher und breiter ist als das Fußteil und der Neigungswinkel von den Seiten und den Stirnbrettern nicht gleich ist, ergeben sich komplizierte Anpassungsarbeiten, gerade wenn noch ein originales Teil mit integriert werden sollte. Diese Teile sind bereits so verändert, dass die ursprüngliche Festigkeit nicht mehr gegeben ist.

Insgesamt war es eine hochspannende Aufgabe, die zweifellos einen Höhepunkt in meiner über 20 jährigen Tätigkeit als Restaurator darstellte.

Matthias Beckmann

im Februar 2026

Restaurierung der Fensterrahmen für die Kirche in Garlitz

Die großen Fenster der Garlitzer Kirche wurden im Jahre 1826 in Eichenholz gefertigt. Die Rahmen sind 3,15m hoch und 1,04m breit. Charakteristisch für diese Zeit ist der massive Mittelpfosten ( 95mm * 65mm) mit den beiden Querriegeln ( 65mm * 70mm). Die Rahmenhölzer und Glassprossen sind 30mm stark.

Alle Rahmenverbindungen sind gezapft, alle Glassprossen ebenfalls. Es gibt keine Sprossenkreuze als Überblattung! Alle Verbindungen sind 4mm eingelassen, um den innen umlaufenden Zierpfalz auszugleichen. Der Flügelfalz beträgt 7 / 16 mm, der Glasfalz 4! *11 mm und der Zierfalz 4 * 2 mm.

 

Nach 200 Jahren und mehrmaliger malerischer Überarbeitung präsentierten sich die Fenster auf den ersten Blick als noch erstaunlich gut in Ordnung. Bei näherem Hinsehen und eingehender Untersuchung in der Werkstatt wurde nach und nach klar, dass von der eigentlichen Holzsubstanz nicht mehr viel da war. Die vor Jahrzehnten schon fehlende Substanz wurde einfach durch Glaserkitt ersetzt und übergestrichen. Es ist erstaunlich, wie lange sowas hält.

Im unteren Bereich hat die Braunfäule das Holz stark angegriffen. Teilweise zogen sich die Beschädigungen durch Fäulnis bis über den 2. Querriegel hoch.

Alle waagerechten Teile außer dem obersten Rahmenstück waren durch stehendes Wasser sehr stark beschädigt. Durch die große Schwächung der waagerechten Glasleisten infolge des Zapfenschlitzes waren hier die meisten Holzverbindungen nicht mehr intakt.

Letztlich haben die Glasscheiben und der Kitt das Fenster noch zusammengehalten!

 

 

Nach dem Entfernen der Farbschichten an den noch zu verwendenden Teilen konnte die Holzsubstanz genau untersucht werden.

Um möglichst viel der noch intakten Substanz erhalten zu können wurden die aufrechten Rahmenstücke soweit gekürzt, wie der Braunfäulebefall es erforderte. Partielle Schäden wurden herausgefräst und durch Passstücke ersetzt. Längsverbindungen wurden durch Überblattung realisiert. Alle Querhölzer außer dem oberen Rahmenstück wurden baugleich erneuert.

Alle Glasleisten außer den obersten senkrechten Stücken wurden baugleich erneuert.

Alle unteren Rahmenhölzer wurden wieder mit Schlitz und Zapfen mit den aufrechten Rahmenhölzern verbunden. Die Rahmenverbindungen und die Sprossenverbindungen sind nicht verleimt, sondern nur mit einem Sicherungsholz in Buche gesichert. Somit ist gewährleistet, dass die Rahmen auch in Zukunft wieder auseinandergenommen werden können.

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